Osterode - Hörden - Düna - Osterode
 
Charakteristik:Rundwanderung
Beste Wanderzeit:April - November
Wegemarkierung:überwiegend
Gesamtstrecke:ca. 25,5 km
Wanderdauer:ca. 7 Std.
Ausgangspunkt:Parkplatz ALOHA
Tages-Etappe eines mehrtägigen, naturkundlichen Regionalwanderweges (Karstwanderweg) entlang des gesamten Südharzes.
Besonders geeignet für Naturliebhaber, Familien, Gruppen, Hobbygeologen und -botaniker, Geschichts- und Bergbauinteressierte, naturkundliche Lehrwanderungen und wissenschaftliche Exkursionen.
www.karstwanderweg.de

Empfohlener Wanderverlauf:
Ein Teil des „Pferdeteiches“, an dem unsere Wanderung beginnt, wurde zum Parkplatz für das Schwimmbad aufgefüllt. Er gehörte zu dem Besitz einer ehemaligen Blankschmiede. Im Sommer wurde Fischzucht betrieben und nach starkem Frost „geeist“, d. h., das Eis wurde in Blöcke zersägt und war den Braumeistern dienlich, um ihre Keller zu kühlen.
Wir wenden uns rechts und passieren den Bahnübergang. An der Berufsbildenden Schule vorbei gelangen wir nach ca. hundert Metern zur „Stadtmauer“, die 1233 erstmals genannt wurde. Gebaut wurde sie aus grob zugehauenen großen Flussgeröllen der Söse, die aus Quarzit des Acker-Bruchberges bestehen. Als Bindemittel für den Stadtmauerbau wurde Gips benutzt. In den Gipsmörtelfugen der Stadtmauer siedeln Pflanzen, die typisch für die Felsvegetation der Gipskarstlandschaft um Osterode sind.
Im weiteren Verlauf, linker Hand den „Kaiserteich“ passierend, gelangen wir zur Aussicht auf die ehemalige „Gipsfabrik Augustental“. Vor dem ersten Weltkrieg waren bis zu 20 Arbeiter beschäftigt. 1940 wurde der Gewerbebetrieb eingestellt.
Den Weg absteigend, an einem Feuerlöschteich vorbei und die lebhafte Straße vorsichtig überschritten gelangen wir an die „Teufelsbäder“. Die Teiche und moorigen Senken sind die Überreste einer intensiven Ablaugung des Werraanhydrits. Heute bilden diese Teiche und Sumpfgebiete wertvolle Biotope. Das Gebiet der Teufelsbäder steht unter Naturschutz. Bitte bleiben Sie auf dem Weg.
„Papenhöhe“ wurde seit 1839 als Ausspannwirtschaft für Fuhrleute und gern besuchtes Ausflugsziel für Spaziergänger und Schulklassen aus den nahen Dörfern und aus Osterode genutzt. Durch die Verlegung der Straße von Herzberg nach Osterode im Jahre 1937 war das Haus als Gaststätte praktisch bedeutungslos geworden.
Wir passieren die Straße an der Markierung und gelangen bergauf- später wieder bergabschreitend in die Nähe des Aschenhütter Teichs (linker Hand), der auch als „Schwarzer Pfuhl“ bezeichnet wird. Der in etwa oval geformte Schwarze Pfuhl ist ca. 120m lang und 50m breit. 2/3 des Teiches sind bereits verlandet. Der Aschenhütter Teich besitzt keinen oberirdischen Zu- oder Ablauf (Erdfallteich). Er wird von einem Angelverein und als Badeteich genutzt.
Die Anhöhe hinauf wandernd, gelangen wir auf einen gepflasterten Fuß-/ Radweg den wir zunächst nach links, an einer Stützmauer entlang, verfolgen.
In diesem Bereich befindet sich das größte „Versickerungsgebiet des Siebersystems“. Unter ca. 15 m mächtigen Niederterrassenkiesen liegen der verkarstungsfähige Werraanhydrit und stromabwärts bis Hörden der eben so durchlässige Hauptdolomit. In trockenen Perioden verliert die Sieber hier ihr Wasser endgültig. Verschiedene Wassermarkierungen haben nachgewiesen, dass das versunkene Sieberwasser in der 8,7 km entfernten Rhumequelle wieder zutage tritt. Auf dem Berg (Kalkberg) befand sich eine alte Burganlage, die sogenannte „Kalkburg“. Sie wurde im Jahre 1337 erstmalig und gleichzeitig letztmalig urkundlich erwähnt. Es ist fraglich, ob diese Burg je fertiggestellt wurde.
Auf gleichem Wege zurück gelangen wir auf dem Pflasterweg zurück und wo wir nach links geschritten sind, überqueren wir nun die Straße und schauen uns noch über einen Stichweg die Kiesgrube an. Entlang der Sieber gelangen wir schließlich in die Ortslage Hörden, wo wir bei der Kirche wiederum die Kreisstraße queren um dem ausgeschilderten Karstwanderweg bis zum „Hainbuchenbestand am Südberg“ gelangen. Die Bäume wurde in der Vergangenheit wiederholt „geschneitelt“. Das bedeutet, die Bäume wurden bis auf den Stamm beschnitten. Das Astwerk wurde als Brennholz und für die Viehhaltung benutzt. Trotz großer Kostenintensität bei der Pflege der Bäume besteht aus der Sicht des Naturschutzes die Notwendigkeit, Kopfbaumlandschaften zu erhalten.
Der Karstwanderweg, der nun einen naturkundlichen Lehrpfad einschließt (Braune Eule), führt gerade Wegs in das „Naturschutzgebiet Hainholz“. Hier lernen wir auf kleinstem Raum exemplarisch gut ausgebildete Karsterscheinungen kennen. Karstquelle, Höhle, episodischer Erdfallteich, Karstkegel, Erdfälle um nur einige zu nennen.
Hinter dem Parkplatz wenden wir uns links und gelangen auf der Fahrstraße zum kleinen Gipsmassiv „Beierstein“. Es besteht aus vergipsten Hauptanhydrit. Der Steilwand vorgelagert befindet sich die vernässte Beiersteinsenke. Sie ist das Ergebnis eines fünftausendjährigen Laugprozesses, der die Steilwand ständig zurückverlegte. An Stelle ehemaliger Höhlen und Erdfälle sind heute nur noch Sedimentfüllungen übrig geblieben.
Den Beierstein nördlich umschritten, können wir an einer Stelle besonders gut ein System von Gräben und Wällen sehen. Es handelt sich dabei um die Überreste der alten „Osteroder Landwehr“. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden von den Städten und auch von einigen Landesherren an den Gebietsgrenzen Graben- und Wallsysteme zum Schutze der Besitzungen errichtet. Die Wälle wurden mit undurchdringlichem Gesträuch bepflanzt. Nahte der Feind, wurde die Nachricht über Warten (Türme) zur Stadt weitergeleitet.
Nachdem wir die Kreisstraße vorsichtig überschritten haben, gelangen wir auf den ehemaligen Standortübungsplatz Osterode und im weiteren Verlauf hinauf auf den „Rosenberg“ (Feldherrenhügel). Von hier aus können wir die Schichtstufenlandschaft erkennen. Die jeweilige Morphologie, ob Tal oder Berg, ist abhängig vom anstehenden Gestein.
In nördlicher Richtung wieder hinunter führt uns der Routenverlauf wiederum über den ehemaligen Standortübungsplatz Osterode zum Ausganspunkt am ALOHA.

Höhenprofil bei Wanderung in östliche Richtung


Kartenausschnitte: ATKIS®-TK50 ©