Entstehung des Dorfes

Um 600 v. Chr. wurden die hier ansässigen Kelten von den Cheruskern, einem Teil der Germanen, überrannt und unterworfen. Sie blieben die Herren des Gebietes bis zum Jahre 531 n. Chr., dem Beginn der Sachsenherrschaft in unserer Gegend, während der auch die heute nicht mehr existierende "Pipinsburg" erbaut worden sein muss. In den Kriegen zwischen Sachsen und Franken wurde auch unser Heimatgebiet schließlich um 745 n. Chr. von den Franken erobert, womit sich wahrscheinlich auch das Christentum in unserer Gegend durchsetzte.

Aus der Ortsnamenkunde wissen wir, dass die Entstehung der Dörfer mit der Endung torp = dorp = dorf in die älteste Zeit zu setzen ist. Sie bestanden schon zu Beginn unserer Zeitrechnung.

Der Name "Hattorf", plattdeutsch "Hattorp", deutet mit seiner ersten Silbe auf einen Eigennamen hin. "torp" bedeutet soviel wie trop = Haufen. Hattorf ist also nicht die Siedlung eines einzelnen, sondern mehrerer Siedler zugleich. Die Überlieferung weiß, dass die Hattorfer Feldflur ursprünglich der Lebensraum von sieben Dörfern gewesen ist. Die Wüstungsforschung hat die Richtigkeit dieser Vermutung erwiesen.
 


Neddernrode (Niedernrode)

Wenn wir von der Höhe des Rotenbergs vor etwa 1000 Jahren einen Blick über unsere Fluren hätten tun können, dann sähen wir zwischen Hattorf und Wulften, dort wo heute die Rödermühle steht, dieses kleines Dörfchen, vielleicht aus einem Dutzend Häusern bestehend. In einem Lehnsbrief des Herrn von Oldershausen vom Jahre 1534 wird ein Ort Großenrode bei Hattorf genannt, der wahrscheinlich identisch mit den "beyden Rode" ist. "Das niedere Rode" war ein winziger Weiler, in dessen Mitte sich aber schon, eine dem heiligen Nikolaus geweihte, Kapelle stand. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts besaßen die Brüder Andreas und Matthias Klapperod in Wulften eine halbe Hufe Erblandes "tom Neddern Rode twischn Hattorf und Wulften gelegen". 1734 waren noch die Überreste der Nikolaikirche vorhanden. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Eigentum dieser Kapelle mit ihren Ländereien der Hattorfer Kirche übereignet.

Über diese Wüstung schrieb 1862 Georg MAX in seinem Buch
„Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen“ :

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