Wir grüßen alle Besucher mit einer Information über
Wir freuen uns darüber, dass Sie in unserer Kirche Einkehr halten. Sie haben nicht ein Museum betreten, sondern ein Gotteshaus, in dem sich sonntäglich die Gemeinde sammelt. Wie jedes andere Gotteshaus, hat auch dieses seine eigene Geschichte, die im Folgenden kurz gargestellt werden soll. Aus Urkunden ist überliefert, dass die Burg der Lauterberger Grafen kurz vor 1183 auf dem Hausberg erbaut wurde und 1230 und 1239 wird ein "Johannes Capellanus de Lutterberge" genannt, der offensichtlich Burgkaplan war. Den um 1400 ausgestorbenen Lauterberger Grafen folgten die von Hohenstein. Auf deren Anordnung wurde am 27.03.1556 in unserem Raum die Reformation eingeführt. Vom Bau einer neuen Kirche 1571 anstelle der zu klein gewordenen und sicher auch inzwischen baufälligen alten Holzkirche zeugt lediglich der Gedenkstein über der Westtor an der Nordseite der Kirche. Das damals gebaute Kirchenschiff ist bis heute in gleicher Fonn erhalten. Nur im Innern sah es damals anders aus. Der Altar stand frei im Chorraum. Es gab nur eine Empore, die zudem nur 2/3 der Seitenlänge der Kirche überspannte. Am 1. Pfeiler der Südempore war die Kanzel angebracht Auf der rückwärtigen Empore hatte ein kleines Orgelwerk seinen Platz. Wegen zu schwacher Mauerstärke konnte über dem Westgiebel der Kirche nur ein kleiner Dachreiter errichtet werden, der eine kleine Glocke und die Uhr aufnahm. Die beiden Läuteglocken hingen deshalb in einem offenen Holzgerüst auf ebener Erde vor diesem Giebel. Marodierende Truppen steckten am 12.09.1641 Lauterberg in Brand. Erst 1736 war an eine Grundemeuerung zu denken Die Gemeinde war durch den zunehmenden Bergbau stark gewadlsen, deshalb wollte man die Kirche nun nicht nur fachgeredlt instandsetzen, sondern auch vergrößern. Verhandlungen, dafür ein angrenzendes Grundstück anzukaufen, zerschlugen sich. So konnte man nur durch den Anbau einer Sakristei und den Einzug einer 2. Empore mehr Platz schaffen. Nach Harzer Gewohnheit wurde beim Ausbau viel Holz verwendet. So stützen allein 52 Holzpfeiler die Emporen und das Dach. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein etwas größerer Turm in Gestalt einer "Welschen Haube" aufgesetzt. Er hielt bis 1878 und wurde dann in gleicher Gestalt neu errichtet Turmuhren hat es mehrere gegeben, die erste um 1600, als Ersatz eine zweite 1829, eine dritte 1912. Die jetzt vorhandene, elektronisch gesteuerte Uhr wurde 1984 eingebaut. Der jetzt noch vorhandene Altaraufsatz stammt aus der Zeit nach dem Brand von 1667: Im Mittelfeld befindet sich die Kreuzigungsgruppe (Kruzifixus und Maria und Johannes). Das Kreuz steht auf einem Totenschädel, Symbol dafür, daß Christus Sieger über den Tod ist. Seitlich stehen 2 Evangelisten mit ihren Symbolen: Lukas (Stier) und Johannes (Adler), die beiden übrigen etwas kleineren Figuren neben der Kanzel: Markus (Löwe) und Matthäus (Der Engel als Symbol fehlt hier). Die Kanzel wurde 1736 aus Platzgründen über dem Altar angebracht. Das entsprach auch dem Zuge der Zeit, Kanzelaltäre einzurichten (Ausdruck dafür, daß Sakramente und Worte gleichwertig geachtet sein sollten). Der Schalldeckel wurde 1736 neu angefertigt, Teile des alten sind seitwärts mitverwendet. Die Umschrift lautet "Predige das Wort aller Kreatur." Zur Taufe diente bis 1674 lediglich eine auf den Altar gestellte Schale Dann wurde für sie ein besonderes Gestell angefertigt. 1713 spendete ein Lauterberger Bürger einen Taufengel, den man vom Kirchenboden her vor dem Altar aufhing. 1801 wurde er durch eine aus einem Holzblock gefertigte Taufe ersetzt. Die jetzige Taufe ist 1912 angeschafft worden, eine 8-eckige, reich verzierte Säule. 8 Seitenfelder enthalten Seidenstickereien auf rotem Tuch. (Auf 4 Feldern die Symbole der Evangelisten, auf den Zwischenfeldern ein Stern). Die erste Orgel, 1625 erwähnt, 1641 mit abgebrannt, wurde nach Rückgabe eines geliehenen Positivs 1680 durch eine neue ersetzt. Diese wurde abgelöst durch ein Werk des Herzberger Orgelbauers Engelhardt, das 1859 aufgestellt, bis Ende 1986 in Gebrauch war. Das neue Werk wurde Anfang 1988 von der Firma Janke, Bovenden, in das alte Gehäüse eingebaut. Die Innenwände der Kirche waren bis 1859 weiß getüncht, das bretterne Tonnengewölbe leicht angefärbt. Dann strich man die Decke blau und versah sie mit goldenen Sternen. Die jetzige Vermalung wurde im Zuge der Restaurierung 1912 vorgenommen, sie ist 1957 wieder aufgefrischt worden. An der Decke ist über dem Chorraum der Schutzpatron St. Andreas abgebildet, es folgen die Symbole der 4 Evangelisten, den Abschluss über der Orgel bildet ein Kreuz. H. Bode ![]() |