Die Ortslage Pölsfeld

Von Pölsfeld aus kann man den Karstwanderweg in westliche Richtung bis zur Heimkehle durchwandern. Eine andere Möglichkeit besteht im Durchwandern eines großen Bogens, der um die Ortschaft Pölsfeld verläuft. Auf diesem Wegesabschnitt begegnet man vielfältigsten Zeugnissen des historischen Kupferschieferbergbaus. Dieser Bergbau hatte ständig Berührung mit Höhlen und unterirdischen Karstwasserzuläufen.

Die erstmalige urkundliche Nennung des Ortes erfolgte im 9. Jahrhundert im sogenannten Hersfelder Zehntregister. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der forstwirtschaftlichen und bergbaulichen Nutzung des Südharzes verbunden. In der Dorfmitte befindet sich ein großer freier Platz, an dessen südlichem Ende ein Steinkreuz steht. Steinkreuze sind Rechtsdenkmale. Bis in die 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts war es üblich, bei Morden oder anderen Tötungsdelikten solche Kreuze als eine Art der Sühne aufzustellen. Es gibt davon die vielfältigsten Formen. Das Pölsfelder Kreuz ist ein sogenanntes "Latinisches Kreuz" und wird in das 14. Jahrhundert datiert. Der volkstümliche Name Schwedenkreuz erinnert an den Dreißigjährigen Krieg, in dessen Verlauf es in den Orten des Südharzes zu großen Verwüstungen kam. Zwei weitere Steinkreuze entlang dieses Wanderweges finden wir in der Ortslage Questenberg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes dominiert ein großes Gehöft. Es handelt sich hier um den sogenannten Wildhof, ein ehemaliges Forstamtsgebäude. Es ist ein Haus mit schönen Fachwerkelementen.

Die Füllhölzer zwischen den Balkenköpfen und das Schwellholz sind gestuft und mit Zahnschnitt- und Taustabornamenten verziert. Attribute, die auf eine Erbauung in der Renaissancezeit hinweisen. Ein Balkenkopf trägt die Datierung 1606.

GPS-Koordinaten
N 51.5272° E 11.3456°

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