Ruine Scharzfels

Die heutigen Ruinen der Burg Scharzfels sind nur ein spärlicher Rest einer einst gewaltigen Anlage.

1131 wurde die Burg erstmals erwähnt. Sie war die Stammburg der Grafen von Scharzfeld und bis ins 13. Jahrhundert Reichsburg. 1593 kam sie in den Besitz der Grafen von Honstein, danach geriet sie in die Hand der Welfen. Ab 1627 war sie Garnison und Staatsgefängnis. Die Burg galt als uneinnehmbar.


 

1761 wurde sie im Siebenjährigen Krieg durch die Franzosen erobert und zerstört.

Die Burg steht auf einem Dolomitfelsen. Zur Wasserversorgung wurde ein Burgbrunnen angelegt, der den wasserlosen Dolomit durchteufte. In 10 Metern Tiefe wurde das Grundgebirge in Form stark gefalteter devonischer Tonschiefer erreicht. Diese führten auch kein Wasser, waren jedoch als wasserstauender Horizont geeignet. Der fast 25 Meter tiefe Brunnen dürfte als Zisterne genutzt worden sein.

Der geologische Aufschluss im Brunnen zeigt, wie das einst vorrückende Zechsteinmeer einen Teil des Untergrundes aufarbeitete. Der obere Teil der Tonschiefer ist stark umgelagert und zersetzt worden, ehe sich der Dolomit darauf absetzte.

Diese Dolomitscholle oder -klippe ist ein bei der eiszeitlichen Eintiefung des Odertales stehengebliebener Rest einer ehemals weitflächigen Bedeckung des Südharzes mit Dolomitgesteinen.

[ Erklärungstafeln der Arbeitsgemeinschaft Burgruine Scharzfels (wie es einmal war) ]

Weiterführende Literatur:

Den Glauben an das EINHORN erschüttert

Die Burg Scharzfels von den Anfängen bis zur Gegenwart

Tollkühne Flucht aus dem Staatsgefängnis

Nähere Infos über die Burg Scharzfels von Holger Keil

Friedrich Stolberg über die Burg Scharzfels

Dampfschiff Scharzfels

Die Reichsburg Scharzfels

↓ Sagen über Burg Scharzfels ↓

GRÄSSE, Johann Georg Theodor (1866-71): Die Edelfrau von Scharzfeld. In: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2.- Glogau

GRÄSSE, Johann Georg Theodor (1866-71): Der Burggeist auf Scharzfels. In: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2.- Glogau
 

GPS-Koordinaten
N 51.6288° E 10.4089°

Index