Wanderschuh vergeben

Der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen hat zum ersten Mal den "Nordhäuser Landkreis-Wanderschuh“ verliehen.

Als verdienstvoller Partner des Weges ist die Lift gGmbH ausgezeichnet worden. Landrat Joachim Claus (CDU) und Andreas Heise, Vorsitzender des Fördervereins, ehrten die Lift-Geschäftsführerin Hannelore Haase und ihre Mitarbeiter für ihr Engagement. Sie haben im vergangenen Jahr den Karstwanderweg auf einer Strecke von 20 Kilometern mit einem Aufwand von rund 1.500 Stunden gepflegt, zerstörte Infotafeln, Sitzgruppen und Treppenstufen auf dem gesamten Weg repariert und erneuert sowie im Bereich Nordhausen neue Wegabschnitte angelegt.

Alle zwei Wochen haben die Mitarbeiter Flächen um Obersachswerfen, Klettenberg, Nordhausen und Ellrich gemäht. Hannelore Haase freute sich über die Ehrung und auch Landrat Claus begrüßte die Idee einer solchen Ehrung für diejenigen, die sich für den Karstwanderweg einsetzen. Ein großes Dankeschön richtete der Förderverein gleichzeitig an den Horizont e.V., die den Bereich des Weges um Gudersleben regelmäßig gemäht und die Bäume und Sträucher nach den Kriterien der Unteren Naturschutzbehörde gepflegt haben. Hierbei haben sie vor allem Wegeabschnitte, die durch die Landwirtschaft immer mehr weggepflügt werden, mit einem erhöhten Pflegeaufwand betreut.

Solche langjährigen Partner seien sehr wichtig, so Andreas Heise, da die gesteckten Ziele allein mit dem knappen Jahres-Budget des Fördervereins von rund 1.000 Euro und der Unterstützung der Kreissparkassenstiftung von 3.000 Euro nicht zu erreichen seien. Auch der Landkreis als Träger des Karstwanderweges ist finanziell nicht in der Lage, den Weg allein zu pflegen.

So haben auch die Mitglieder des Nordhäuser Fördervereins selbst in rund 2.000 Stunden den Weg in der Hauptvegetationszeit Mai bis Oktober in einem „wanderbaren“ Zustand gehalten. Unter der Federführung des Vereins ist es außerdem gelungen, den Karstwanderweg besser zu markieren. 2009 wurden 400 neue Wegmarken mit roten Balken und einem weißem K angebracht.

All diese Maßnahmen dienen dem großen Ziel des Fördervereins: In naher Zukunft soll der gesamte Wanderweg mit einer Länge von rund 200 Kilometer als Qualitätsweg zertifiziert werden. Damit kann er wie der Harzer Hexenstieg, Rennsteig- und Kyffhäuserwanderweg in die "Grande Classe" der deutschen Wanderwege aufsteigen. Der Karstwanderweg wird auch im Naturpark Südharz, der sich derzeit in Gründung befindet und im Frühjahr ausgewiesen werden soll, als überregionaler Wanderweg eine wichtige Rolle spielen.

Der Förderverein Karstwanderweg Nordhausen ist im vergangenen Jahr dem Ziel der Zertifizierung als Qualitätsweg durch viele Aktivitäten näher gekommen und hat sich auch für das neue Jahr einiges vorgenommen. Im Landkreis umfasst der Karstwanderweg 53 Kilometer. Diese hat der Kreiswegewart André Richter vor kurzem komplett aufgenommern. Dafür wurde er eigens als Bestandserfasser nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes geschult. Im nächsten Schritt wird der Weg, aufgeteilt in vier Kilometer-Segmente, in den Kategorien Wegequalität, botanische und geologische Besonderheiten, kulturelle Höhepunkte, Rast-Möglichkeiten und Wegbeschilderung bewertet.

Um die angestrebte Zertifizierung zu erreichen, hat der Verein mit Unterstützung von Lift beispielsweise zehn Kilometer des Wanderwegs umverlegt, einen Steg im Bereich Obersachswerfen repariert und nahe der Heimkehle im Aufstiegsbereich die gesamten Handläufe erneuert.

Um die Qualität des Weges zu steigern, hat der Förderverein Karstwanderweg Nordhausen zudem im vergangenen Jahr eine Projektskizze zur so genannten Entwicklung von Natur und Landschaft, kurz ENL, entworfen. Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz hat die eingereichten Ideen für grundsätzlich förderfähig erklärt – eine Voraussetzung, um einen Förderantrag zu stellen. Es wird nun angestrebt, die geplanten Projekte im Rahmen des LEADER-Programms finanziell zu fördern.

Ziele sind, Besucher der Karstregion zu informieren und an besondere Punkte zu lenken, ihnen Naturerlebnisse zu bieten und den Naturschutz zu thematisieren. Um dies umzusetzen, sind Maßnahmen wie eine Wanderausstellung, Informationsmaterialien und -tafeln am Weg beispielsweise zu Tieren und Pflanzen im Karstgebiet, zur Förderung des Artenschutzes zum Beispiel durch Bruthilfen für Fledermäuse und Siebenschläfer sowie umweltpädagogische Programme für Schüler vorgesehen.

Einen Namen hat sich der Karstwanderweg längst gemacht, was nicht zuletzt der Erfolg der geführten Sonntagswanderungen zeigt. 2009 sind insgesamt fast 1.800 Natur- und Wanderfreunde an den Sonntagen mitgewandert. In diesem Jahr gibt es 38 Sonntagswanderungen, über die der neue Karstwanderführer 2010 informiert.

Im Landkreis Nordhausen bietet der Nordhäuser Förderverein elf Sonntagswanderungen, u.a. zwei Führungen im Bereich des Weges durch die Gedenkstätten Mittelbau-Dora und Juliushütte Ellrich mit dem Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner, eine Flussbettwanderung an der Wieda, eine Kirchenwanderung in der Region Liebenrode, eine Orchideenwanderung um Klettenberg und ein Kinderfest in der Rüdigsdorfer Schweiz an.

Der Karstwanderführer 2010, der über das komplette Programm informiert, ist bei den Tourist-Informationsstellen in Nordhausen, Ellrich, Sülzhayn, Neustadt und Ilfeld, im Landratsamt Nordhausen sowie im Buchhaus Rose kostenlos erhältlich.
 

Quelle: nnz-online.de