Wandert man vom Breitunger Kirchberg aus zu dem Waldhügel in südlicher Richtung, so erreicht man nach 15-20 Minuten mitten im Buschwerk eines kleinen Bergsporns die Ruine einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, der einstigen Thierburg. Die Thierburg war eine sehr kleine mittelalterliche Feudalburg. Nur noch wenige Mauerreste und das Fundament des Bergfrieds sind erhalten geblieben. Der größte Teil des umlaufenden Grabens ist mit Schutt verfüllt. Die Anlage hatte keinen langen Bestand. Sie ist ein typischer Vertreter der kleinen Feudalburgen, welche von selbsternannten Rittern ab dem 13. Jahrhundert an vielen Orten errichtet worden sind, um als niederer Adel einen befestigten Sitz nachweisen zu können. Militärisch haben diese Burgen nie eine Rolle gespielt. Als Erbauer Anfang des 14. Jahrhunderts gilt der Ritter Conradus de Tyrberch, einem Zweig derer "von Bennungen" entstammend. Beide Sippen führten in ihrem Siegel das Abbild eines "Thiers" (Hirschkuh). Daraus könnte auch der Name der Feudalburg entstanden sein. Oben genannter Ritter gilt als 1329 verstorben. Die Burgreste werden von Friedrich STOLBERG wie folgt beschrieben: "Kleine rechteckige Burg, 20 x 30 m, in einer Südostecke Stumpf eines quadratischen Bergfrieds 5 x 5 m. Auf Ost- und Südseite umlaufender Graben mit Vorwall, der Graben geht auf West- und Nordseite in Terrassen über. Vor der Südseite ein weiterer Vorwall. Die Burg gilt schon Ende des 14. Jahrhunderts als verlassen und wüst." ![]() Grundriss der Thyrburg (nach Grimm) Der rotbraune Untergrund verrät, dass man den Karst verlassen und die den Gips bedeckenden Buntsandsteinablagerungen erreicht hat. GPS-Koordinaten |