Landmarke
Gipskarstlandschaft und eine alte Rinderrasse

Wir stehen hier am Hof des Öko-Landwirtschaftsbetriebes Wehmeyer. In dem hellen Laufstall leben während der Winterzeit Rinder der Rasse Harzer Rotes Höhenvieh. Sie gehört zu den ursprünglichsten und ältesten Nutztierrassen. In Sichtweite beginnt das Naturschutzgebiet Hainholz. Es gehört zur Südharzer Gipskarstlandschaft. Während der Vegetationszeit weiden die Rinder auf den dortigen Wiesen. Sie pflegen und erhalten so das artenreiche Gebiet.

Harzer Rotes Höhenvieh

Genutzt wurden Milch sowie Fleisch, und auch als Zugtier war das Rind geeignet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam diese Rasse jedoch aus der Mode. Gefragt waren aufgrund der gestiegenen Bedürfnisse an Nahrungsmitteln Hochleistungsrinder.
Schon Ende der 1990er Jahre gehörte das Harzer Rote Höhenvieh zu den gefährdeten Nutztierrassen. Dank des Einsatzes engagierter Naturfreunde konnte die Rasse jedoch erhalten und stabilisiert werden. Heute prägen die weidenden Rinder die Bergwiesen des Harzes. Eine ruhige Wesensart und Genügsamkeit sind charakteristisch für das Harzer Rote Höhenvieh.
Außerdem ist es sehr gut an das raue Harzklima angepasst und kommt bestens in unwegsamen Gelände zurecht, perfekt also für die Landschaftspflege und dazu auch optisch attraktiv.

Gipskarstlandschaft Hainholz-Beierstein

Im Gebiet der Landmarke - Alte Burg Osterode liegt als Geopunkt die Gipskarstlandschaft Hainholz-Beierstein. Der Untergrund wird von zechsteinzeitlichen Dolomit- und Tongesteinen, im Wald von Gipsgesteinen des Hauptanhydrits und im Anstieg weiter südlich vom roten Buntsandstein eingenommen. Es kommen viele typische Phänomene dieses Landschaftstypus auf engstem Raume gut sichtbar vor, ob nun Höhlen, Erdfälle, Dolinen, Bach-Schwinden, Karstquellen, Karstteiche: Die Häufung der verschiedenen geologischen, Erscheinungsformen des Karstes sowie ihr funktionelles Zusammenspiel auf engstem Raum ist für Deutschland einmalig.
Da das Hainholz nie gerodet wurde, konnte hier die Fülle der Pflanzen und Tierarten Südharzer Kalkbuchenwälder bewahrt werden. Gut ausgebaute Wanderwege mit Erläuterungstafeln führen durch das Hainholz-Beierstein-Gebiet. Die Wege schließen nach West und Ost an den Karstwanderweg an.

Naturpark-Wettbewerb

Der Regionalverband Harz lobt jährlich einen Naturparkpreis aus. Im Jahr 2013 wurde dieser zum Thema „Bergwiesen und regionale Produkte“ vergeben. Im Wettbewerb konnte letztendlich Landwirt Daniel Wehmeyer aus Düna die Jurymitglieder für sich und sein Konzept begeistern. Pflege von Bergwiesen mit einer einheimischen Rinderrasse - dem Harzer Roten Höhenvieh und regionale Vermarktung sind dabei eine erfolgreiche Kombination. Als Preis erhielt er auf eigenen Wunsch eine Nisthilfe für Turmfalken und diese Informationstafel.

Landwirtschaftsbetrieb Daniel Wehmeyer

Zum Bioland-Betrieb gehören heute 80 Mutterkühe mit Nachzucht: Die Kälber sind zehn bis elf Monate bei den Muttertieren. Während die weiblichen Kälber überwiegend der Zucht dienen, werden die Jungbullen unter Zugabe von Kraftfutter aus hofeigenem Biogetreide, gemästet. Über die ebenfalls hofeigene Vermarktung wird das hochwertige Fleisch an Privathaushalte und Gastronomen der Harzregion geliefert.

Gäste sind anlässlich von Hofführungen und Hoffesten herzlich willkommen.


GeoparkHarz · BraunschweigerLand · Ostfalen

Natur- und Erdgeschichte sind in der Harzregion zum Greifen nah, Erhalt des geologischen Erbes, Förderung der Regionalentwicklung und Umweltbildung sind spezielle Aufgaben des Geoparks.

Der Träger des Geoparks, die Geopark Harz · BraunschweigerLand · Ostfalen GbR, ist nicht nur Mitglied des Netzwerks Nationaler GeoParke sowie des Europäischen und des Globalen Geoparke Netzwerkes unter Schirmherrschaft der UNESCO. Auch innerhalb des Geoparks wirkt ein Netzwerk verschiedener Partner, Gemeinsam haben sie das Landmarkensystem entwickelt.

Für aktuell 19 Teilgebiete dieses Systems gibt je ein weithin sichtbarer oder besonders bekannter Ort seinen Namen. Dieser Ort ist dann zugleich Geopunkt 1 und eben die Landmarke für das ihn umgebende Gebiet. In jedem der 19 Teilgebiete sind neun bis 16 Geopunkte zum Besuch empfohlen. Sie können zu individuellen Georouten verbunden werden.

Es sind Orte, an denen wir etwas erfahren können über die Entstehung unserer Kulturlandschaft. Für jedes der 19 Teilgebiete hält der Regionalverband Harz ein Faltblatt bereit.

Faltblätter können bestellt oder heruntergeladen werden:
www.harzregion.de

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